Dieser Mann führt ein Doppelleben
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“Ferdinand von Schirach streitet für Mörder und Mafiosi. Nachts schreibt er Krimis. BUNTE blickt in beide Welten.” Portrait Kathrin Sachse mehr…
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“Der Strafverteidiger Ferdinand von Schirach verwandelt seine Fälle in packende Literatur. Sein literarisches Début, «Verbrechen», wurde vorigen Herbst zum Bestseller. Nun liegt ein zweiter Band mit Erzählungen vor, für die Ferdinand von Schirach aus seinen Berufserfahrungen geschöpft hat. «Schuld» zeigt den schreibenden Rechtsanwalt erneut als gewieften Erzähler menschlicher Abgründe.” Portrait Joachim Günther mehr…
“Angeklagt ist die Stadt Venedig, furchtbar, ganz grauenhaft sei es dort, und als strafmildernd wird einzig ein Nebeneffekt dieser Abscheulichkeit genannt: „Man kann in Venedig gut schreiben, weil die Stadt so grässlich ist“, sagt Ferdinand von Schirach.
Für einen Monat hat der Berliner Strafverteidiger und Schriftsteller hier eine kleine, „absurd teure“ Wohnung angemietet, um in Ruhe sein zweites Buch fertigzustellen, es wird im Spätsommer erscheinen. Den pensionierten Strafrichter Seybold, Held einer der neuen Geschichten, lässt er darin Letztgültiges über Venedig feststellen: Nach drei Tagen schrieb er eine Karte an seine Schwester: „Venedig ist nicht schön, es ist nur typisch.“ Außerdem regnete es ständig.” Von Benjamin von Stuckrad-Barre mehr…
“Als literarischer Held ist der Anwalt bislang reichlich kurz gekommen. Er macht ja auch wirklich wenig her neben den hartgesottenen Privatdetektiven, noch härteren Mordermittlern, Profilern und ganz harten Forensikern, die die Kriminalliteratur bevölkern. Was ist schon heroisch an einem Mann, der zur Verschwiegenheit verpflichtet ist, eine Aktentasche trägt und zum Rauchen vor die Tür geht? Wenn sein Telefon klingelt, ist das Spannendste immer schon passiert. Aber vielleicht sollten wir das Urteil revidieren.
„Der 26. November war ein kalter grauer Herbsttag. Es war früh dunkel geworden. Theresa hatte Kerzen auf den Tisch gestellt und schob Leonhard im Rollstuhl an seinen Platz.“ So schildert Ferdinand von Schirach in seinem Buch „Verbrechen“ jenen Abend, an dem eine junge Frau ihren seit einem Verkehrsunfall schwerstbehinderten Bruder mit einem Barbiturat vergiften wird.” Portrait von Kai Müller mehr…
“Ferdinand von Schirach ist Strafverteidiger. Aus seinen spektakulärsten Fällen hat er Kurzgeschichten gemacht. Darin kommt er seinen Mandanten so nahe, wie er es sich in seinem beruflichen Alltag niemals erlauben würde. Auf dem Hals der Frau klafft eine Schnittwunde. Die Wunde verläuft von oben nach unten, sie ist frisch. Auch der Kopf der Frau ist auf dem Foto zu sehen und die Augen, halb geöffnet. Die Augen wirken irgendwie lebendig.” Interview Susanne Beyer mehr…